Gesund im Alter
Älterwerden bedeutet Veränderung – im Körper, im Alltag, im sozialen Umfeld. Doch das Alter ist nicht zwangsläufig eine Phase des Verlusts. Mit der richtigen Vorsorge, einer ausgewogenen Lebensweise und der passenden medizinischen Begleitung können Sie auch jenseits der 65 körperlich und geistig fit bleiben, neue Lebensphasen genießen und Ihre Selbstständigkeit weitgehend bewahren. In dieser Themenwelt erfahren Sie alles Wichtige rund um Gesundheit, Pflege, Vorsorge und das gute Leben im Alter.
Vorsorge ist die beste Medizin
Die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften sind eindeutig: Vorsorgeuntersuchungen sind in keinem Lebensabschnitt so wichtig wie im Alter. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Vielzahl von Untersuchungen, die Sie in Anspruch nehmen sollten:
- Gesundheits-Check-up ab 35: Alle drei Jahre Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Urin und körperliche Untersuchung. Frühzeitige Erkennung von Herz-Kreislauf-Risiken, Diabetes, Nieren- und Gefäßerkrankungen.
- Hautkrebs-Screening ab 35: Alle zwei Jahre Ganzkörper-Untersuchung der Haut. Heller Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und besonders bei älteren Menschen mit kumulativer Sonnenexposition häufig.
- Darmkrebs-Vorsorge ab 50: Test auf okkultes Blut im Stuhl jährlich. Ab 55 (Männer) bzw. 65 (Frauen) übernimmt die Krankenkasse zwei Vorsorge-Koloskopien im Abstand von zehn Jahren.
- Mammographie-Screening (Frauen 50–75): Alle zwei Jahre Einladung zum standardisierten Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs.
- Prostata-Vorsorge (Männer ab 45): Tastuntersuchung der Prostata; auf Wunsch zusätzlich PSA-Bestimmung (IGeL-Leistung).
- Augenarzt: Empfohlen alle ein bis zwei Jahre, besonders bei familiärer Vorbelastung für Grauen Star oder Grünen Star. Auch die Makuladegeneration sollte regelmäßig kontrolliert werden.
- Zahnarzt: Halbjährliche Kontrolle plus professionelle Zahnreinigung. Im Alter steigt das Risiko für Parodontitis und Wurzelkaries.
- Gehörtest: Ab 60 jährlich beim HNO-Arzt. Schwerhörigkeit ist nicht nur lästig, sondern auch ein Risikofaktor für Demenz.
Ernährung im Alter
Der Energiebedarf sinkt mit dem Alter, der Nährstoffbedarf bleibt jedoch konstant oder steigt sogar – vor allem an Eiweiß, Calcium, Vitamin D, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren. Eine bewusste Ernährung wird daher im Alter immer wichtiger. Wir beraten Sie in unserer Apotheke zur Auswahl geeigneter Nahrungsergänzungsmittel und Trinknahrung, falls die normale Ernährung nicht ausreicht (z. B. bei Kau- und Schluckbeschwerden, Appetitlosigkeit oder Mangelernährung).
Achten Sie besonders auf:
- Genug trinken: Im Alter lässt das Durstgefühl nach. Mindestens 1,5 Liter pro Tag – an heißen Tagen mehr.
- Eiweißreich essen: 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, um Muskelabbau (Sarkopenie) vorzubeugen.
- Vitamin D supplementieren: Die meisten älteren Menschen haben einen Vitamin-D-Mangel, da die körpereigene Produktion in der Haut abnimmt. Empfohlen: 800 bis 1000 IE täglich.
- Calcium nicht vergessen: 1000 mg täglich aus Milchprodukten, grünem Gemüse oder ggf. Supplementen – wichtig für Knochenstabilität.
- Vitamin B12: Aufnahme aus der Nahrung lässt im Alter nach. Bei Mangelerscheinungen (Müdigkeit, Vergesslichkeit, Anämie) lassen Sie den Spiegel beim Arzt prüfen.
Bewegung – das Allheilmittel
Regelmäßige Bewegung ist im Alter wichtiger denn je. Sie hält den Kreislauf in Schwung, stärkt Muskulatur und Knochen, beugt Stürzen vor und verbessert nachweislich auch die geistige Leistungsfähigkeit. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren) plus zweimal wöchentlich Kräftigungsübungen für die großen Muskelgruppen. Kursangebote der Krankenkassen, der Volkshochschulen oder von Sportvereinen sind eine gute Möglichkeit, in Gesellschaft aktiv zu werden.
Häufige Erkrankungen im Alter
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen:
- Bluthochdruck – etwa zwei Drittel der über 65-Jährigen sind betroffen. Lassen Sie den Blutdruck regelmäßig kontrollieren (in unserer Apotheke kostenfrei).
- Arteriosklerose und ihre Folgen (Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit)
- Diabetes mellitus Typ 2 – in Deutschland sind über 7 Millionen Menschen erkrankt, davon viele jenseits der 65
- Osteoporose – jede zweite Frau und jeder fünfte Mann erleidet im Alter eine osteoporosebedingte Fraktur
- Arthrose – Verschleißerkrankung der Gelenke, besonders an Knie, Hüfte, Wirbelsäule und Händen
- Demenzerkrankungen – etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenz, Tendenz steigend. Häufigste Form: Alzheimer-Demenz
- Depressionen – im Alter unterdiagnostiziert. Anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen sind keine normale Alterserscheinung – sprechen Sie mit Ihrem Arzt
- Inkontinenz – sowohl bei Männern als auch bei Frauen häufig. Mit der richtigen Versorgung und ggf. Beckenbodentraining gut zu beherrschen
- Schwindel und Stürze – Stürze sind eine der Hauptursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter. Augen, Gehör, Muskelkraft und das Gleichgewicht sollten regelmäßig überprüft werden
Medikamente im Alter: Polypharmazie und Wechselwirkungen
Viele ältere Menschen nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig ein – das nennt man Polypharmazie. Ab fünf gleichzeitig eingenommenen Wirkstoffen steigt das Risiko für Wechselwirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen erheblich. Studien zeigen: Bis zu 30 Prozent der Krankenhauseinweisungen älterer Patienten sind auf Medikamentenprobleme zurückzuführen.
Wir bieten in der Rathaus-Apotheke einen kostenlosen Medikations-Check an: Bringen Sie alle Ihre Medikamente (auch rezeptfreie Präparate, Vitamin- und Nahrungsergänzungsmittel) mit. Wir prüfen Wechselwirkungen, Doppelverordnungen, Dosierungen und die Eignung für ältere Patienten anhand der PRISCUS-Liste (Liste potenziell inadäquater Medikamente für ältere Menschen). Anschließend besprechen wir die Ergebnisse mit Ihnen und ggf. mit Ihrem Hausarzt.
Pflegebedürftigkeit und Pflegegrade
Sollte einmal eine Pflegebedürftigkeit eintreten, übernimmt die soziale Pflegeversicherung Leistungen entsprechend dem festgestellten Pflegegrad. Wir beraten Sie zu allen Aspekten der häuslichen Pflege:
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Hand- und Flächendesinfektion, Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen, Mundschutz) – bis zu 40 Euro im Monat erstattet die Pflegekasse
- Pflegehilfsmittel zur dauerhaften Nutzung (Pflegebett, Rollstuhl, Toilettenhilfen, Hausnotrufgerät)
- Inkontinenzversorgung (Vorlagen, Pants, Windelhosen) – Verordnung über den Hausarzt, Kostenübernahme durch die Krankenkasse
- Wundversorgung, Verbandmaterial und Dekubitusprophylaxe
Beratung in der Rathaus-Apotheke
Unsere Apotheke ist ein Anlaufpunkt für alle Fragen rund um das Älterwerden. Wir nehmen uns Zeit für ein Gespräch, beraten zu Mikronährstoffen, prüfen Ihre Medikation und unterstützen Sie bei der Auswahl von Hilfsmitteln. Falls Sie nicht zu uns kommen können, organisieren wir gerne einen Botendienst – Sprechen Sie uns einfach an.
Eine besondere Bedeutung hat unsere Beratung zur Reiseapotheke für Senioren: Wenn Sie mit chronischen Erkrankungen ins Ausland reisen, beraten wir Sie zu allem, was Sie brauchen – vom Insulin-Transport im Kühlbeutel über die Auslandsreiseschein für Ihre Medikamente bis hin zur richtigen Reiseimpfung. Wir helfen Ihnen, gesund und sorgenfrei zu reisen.
