Die Hausapotheke aktuell halten
Eine gut sortierte Hausapotheke ist mehr als ein Schrank voller Tabletten. Sie ist die kleine Sicherheit, dass Sie um drei Uhr nachts ein Fiebersenker greifbar haben, dass eine Schnittwunde versorgt werden kann, ohne erst die Nachtapotheke zu suchen. Wir möchten Ihnen zeigen, was wirklich hineingehört, wie Sie sie ordnen und wie oft Sie sie überprüfen sollten.
Der richtige Aufbewahrungsort
Das Bad ist verlockend, weil dort die kleinen Schubladen stehen, aber für viele Medikamente ungeeignet: Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen verkürzen die Haltbarkeit. Idealerweise sind die Vorräte trocken, kühl unter 25 °C, dunkel und für Kinder unzugänglich. Ein abschließbarer Schrank im Schlaf- oder Flurzimmer ist die einfachste Lösung. Manche Medikamente (etwa Insulin, einige Augentropfen, manche Antibiotikasäfte) gehören in den Kühlschrank – das steht im Beipackzettel.
Was eine Hausapotheke umfassen sollte
Verbandstoffe und Wundversorgung
- Pflaster in mehreren Größen, dazu spezielle Blasen- und Fingerpflaster
- Sterile Wundauflagen (z. B. 10×10 cm) und elastische Mullbinden
- Eine elastische Universalbinde für Sport- und Sprunggelenksverletzungen
- Wundreinigungslösung (z. B. Octenidin oder PHMB-haltig)
- Wund- und Heilsalbe, gegebenenfalls Hydrokolloidpflaster für Brandwunden ersten Grades
- Pinzette mit feiner Spitze, sterile Schere, Einmalhandschuhe, Fieberthermometer (digital, kein Quecksilber)
Medikamente für häufige Beschwerden
- Schmerz- und Fiebersenker: Paracetamol und Ibuprofen in passenden Stärken für Erwachsene und Kinder
- Etwas gegen Magen-Darm-Beschwerden: Wirkstoff gegen Durchfall (Loperamid, nur kurzzeitig), Elektrolytlösung, etwas gegen Übelkeit
- Antihistaminikum bei plötzlicher allergischer Reaktion (Cetirizin, Loratadin)
- Salbe für Insektenstiche und leichte Hautreizungen, dazu eine Kortisonsalbe für mittelschwere Hautreaktionen
- Halsbonbons oder Lutschtabletten, ein einfaches Hustenmittel
- Nasenspray (Salzwasser) und ggf. abschwellendes Spray für die akute Erkältung
- Augentropfen für trockene Augen
Dauermedikamente
Wenn jemand im Haushalt regelmäßig Medikamente einnimmt, sollten diese gesondert aufbewahrt werden – idealerweise mit einer Tagesdosette, Wochendispenser oder einer farbig markierten Box, damit Verwechslungen ausgeschlossen sind. Vom aktuellen Medikationsplan empfehlen wir eine ausgedruckte Kopie in der Apotheke; im Notfall ist das Gold wert.
Übersicht und Sortierung
- Behälter mit Trennfächern oder kleinen Kästen pro Kategorie (Wunde, Schmerz, Magen, Erkältung)
- Liste mit Inhalt und Verfallsdatum innen am Schrank oder im Smartphone-Notizbuch
- Beipackzettel der wichtigsten Mittel zurücklegen – oder als PDF auf dem Handy
- Notfallnummern gut sichtbar dazu: Hausarztpraxis, Apothekennotdienst, Giftnotruf (in Rheinland-Pfalz 06131/19240), Rettungsdienst 112
Wann kontrollieren?
Eine vollständige Inventur der Hausapotheke lohnt sich einmal pro Jahr, am besten zum Zeitpunkt der Zeitumstellung im Frühjahr oder Herbst. Prüfen Sie das Verfallsdatum jeder Packung. Tropfen und Salben sind nach Anbruch oft nur sechs Monate haltbar, auch wenn das aufgedruckte Datum noch in der Zukunft liegt. Notieren Sie deshalb das Datum des Anbruchs mit einem Filzstift auf der Verpackung.
Abgelaufene oder beschädigte Arzneien gehören nicht in Toilette oder Ausguss, sondern in den Hausmüll oder zur Rückgabe in die Apotheke, falls es die örtliche Sammelstelle so vorsieht. Wir nehmen unkomplizierte Mengen entgegen.
Bei Kindern im Haus
Wer Kinder hat, achtet besonders auf die kindersichere Aufbewahrung. Schrankschlösser an Schubladen, Höhen außer Reichweite, niemals lose Tabletten in Handtaschen oder Nachttischen. Für die meisten Medikamente gibt es kindgerechte Säfte oder Schmelztabletten mit altersgerechter Dosierung – wir helfen Ihnen bei der Auswahl. Notfallkontakte (Giftinformationszentrale, Kinderärztin) sollten griffbereit hängen, idealerweise als Sticker auf dem Kühlschrank.
Beratung in der Rathaus-Apotheke Neuwied
Sie wollen Ihre Hausapotheke neu aufbauen, modernisieren oder auf eine bestimmte Lebenssituation anpassen – etwa nach einer Geburt, einer chronischen Diagnose oder mit dem Eintritt ins Rentenalter? Wir nehmen uns Zeit dafür. Bringen Sie gern Ihre aktuelle Liste mit, wir gehen sie mit Ihnen durch, weisen auf Lücken hin und entsorgen Abgelaufenes direkt mit. Auch eine Liste mit dem «Wenn-dann»-Vorgehen für Ihre Familie können wir Ihnen mitgeben.
