Husten und Bronchitis bei Erwachsenen


Husten gehört zu den häufigsten Beschwerden in unserer Beratungsapotheke. Er ist meistens harmlos, manchmal aber Hinweis auf etwas, das ärztlich abgeklärt werden muss. Damit Sie passgenau handeln können, geben wir Ihnen einen Überblick über Ursachen, Mittel und Warnzeichen.

Trockener oder produktiver Husten

Die wichtigste Unterscheidung im Alltag ist die zwischen Reizhusten (trocken, ohne Auswurf) und produktivem Husten (mit Schleim). Beide brauchen unterschiedliche Mittel. Wer einen kürzlich aufgetretenen Reizhusten mit Hustenlöser bekämpft, verstärkt die Beschwerden eher. Wer einen schon verschleimten Husten mit Hustenblockern dämpft, behindert die Reinigung der Bronchien.

Reizhusten lindern

  • Hustenstiller mit Dextromethorphan, Pentoxyverin oder Levodropropizin sind besonders nachts hilfreich, um die Nachtruhe zu erhalten
  • Pflanzliche Mucilaginosa: Eibischwurzel, Spitzwegerich, Isländisch Moos, Lindenblüten – legen einen feinen Schutzfilm auf die gereizte Schleimhaut
  • Bonbons mit Salbei, Honig oder Eukalyptus reizen weniger, regen den Speichelfluss an
  • Inhalation mit Kochsalzlösung mehrfach am Tag
  • Bewusste Atmung: tief durch die Nase einatmen, langsam durch den Mund aus
  • Bei nächtlichem Husten: Oberkörper leicht erhöht lagern, Raum kühler halten, kein trockene Heizungsluft

Produktiven Husten unterstützen

  • Hustenlöser: Ambroxol, N-Acetylcystein (ACL) oder Bromhexin verflüssigen den Schleim. Wichtig: ausreichend trinken, sonst keine Wirkung
  • Pflanzliche Sekretolytika: Efeu, Thymian, Süßholzwurzel, Primelwurzel, Eukalyptusöl. Kombinationspräparate haben oft eine sinnvolle Mischung
  • Brustwickel mit warmem Quark oder ätherischem Erkältungsbalsam können angenehm sein
  • Atemphysiotherapie-Übungen (Lippenbremse, Anhusten-Technik) helfen beim Mobilisieren des Sekrets
  • Schleim abhusten lassen – nicht unterdrücken; auch wenn es laut ist

Was niemals zusammen sollte

Hustenstiller und Hustenlöser nicht in derselben Phase einnehmen – das ist eine häufige Fehlanwendung. Wer tags den Schleim lösen will und nachts schlafen muss, kann morgens und mittags den Hustenlöser einsetzen und abends den Hustenstiller; mindestens drei bis vier Stunden Abstand sollten dazwischen liegen.

Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis ist meist viral. Sie geht in der Regel innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen wieder weg, der Reizhusten kann aber drei bis acht Wochen lang nachhalten. Antibiotika helfen in den allermeisten Fällen nicht, weil Bakterien selten beteiligt sind. Sinnvoller sind: Schonung, ausreichend trinken, leichte Bewegung an der frischen Luft, eine evidenzgesicherte pflanzliche Begleitung (z. B. mit Efeu, Pelargonium oder Thymian-Primel).

Wenn der Husten länger bleibt

Hält Husten über acht Wochen an, spricht man von chronischem Husten. Ursachen sind häufig:

  • Asthma bronchiale, eosinophile Bronchitis
  • Reflux mit Aspiration kleinster Mengen Magensäure (auch ohne klassisches Sodbrennen)
  • Postnasal-Drip durch chronische Sinusitis oder Allergien
  • COPD bei Raucher/innen oder ehemaligen Raucher/innen
  • Medikamentöse Ursachen (ACE-Hemmer)
  • Selten: Tumoren, Tuberkulose, Lungenfibrose, Herzschwäche

Hier ist eine hausärztliche Abklärung notwendig, oft mit Lungenfunktionsprüfung, Röntgen-Thorax und ggf. weiteren Untersuchungen.

Wann ärztliche Hilfe direkt

  • Blutiger Auswurf
  • Atemnot, Brustschmerz
  • Hohes Fieber, das länger als drei Tage anhält
  • Husten bei bekannter Herz- oder Lungenerkrankung mit Zunahme
  • Bei Schwangeren, kleinen Kindern, Senioren mit schlechtem Allgemeinzustand
  • Zunehmend produktiver, gelb-grüner oder bräunlicher Auswurf bei deutlichem Fieber – Verdacht auf Pneumonie

Beratung in der Rathaus-Apotheke Neuwied

Wir hören Ihnen am Tresen genau zu – trocken oder verschleimt, tags oder nachts, mit Allergiehintergrund oder ohne, mit chronischer Vorerkrankung oder ohne? Das passende Mittel finden wir gemeinsam, wir prüfen die Wechselwirkungen Ihrer aktuellen Dauermedikation und überlegen, ob ein Termin in der Hausarztpraxis sinnvoll wäre. Auch bei der Auswahl von Inhalationsgeräten und Befeuchtern für die Wohnung beraten wir Sie gerne.