Pigmentveränderungen und gutartige Tumoren der Haut
Pigmentveränderungen: meist harmlos, aber im Blick zu behalten
Veränderungen der Hautpigmentierung gehören zu den häufigsten dermatologischen Phänomenen. Die meisten sind völlig harmlos, doch einige können Vorboten oder Begleiterscheinungen ernsterer Erkrankungen sein. Verantwortlich für die Hautfärbung ist das Pigment Melanin, das in den Melanozyten der Oberhaut gebildet wird. Veränderungen entstehen, wenn diese Zellen mehr, weniger oder anders verteiltes Pigment produzieren.
Sommersprossen (Epheliden)
Sommersprossen sind kleine, hellbraune Flecken, die vor allem an sonnenexponierten Hautstellen entstehen. Sie sind genetisch bedingt, treten vermehrt bei hellem Hauttyp auf und werden durch UV-Strahlung verstärkt. Im Winter blassen sie meist deutlich ab. Sommersprossen sind harmlos, aber sie sind ein Hinweis auf eine besonders sonnenempfindliche Haut – achten Sie daher konsequent auf Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.
Altersflecken (Lentigines seniles)
Altersflecken sind bräunliche, scharf begrenzte Flecken, die vor allem an Händen, Unterarmen, Dekolleté und Gesicht auftreten. Sie entstehen durch jahrzehntelange Sonneneinstrahlung und sind eigentlich Sonnenschäden. Sie sind harmlos und werden nicht zu Hautkrebs, aber sie können kosmetisch störend sein. Behandlungsmöglichkeiten:
- Aufhellende Cremes mit Vitamin C, Retinol, Niacinamid oder Hydrochinon
- Chemisches Peeling (Glykolsäure, Trichloressigsäure)
- Laserbehandlung (verschiedene Verfahren)
- Cryotherapie (Vereisung)
Wichtig: Vor jeder Behandlung sollte der Befund vom Dermatologen abgeklärt werden, um eine bösartige Veränderung sicher auszuschließen.
Muttermale (Naevi, Leberflecken)
Muttermale sind Ansammlungen von Pigmentzellen. Sie können von Geburt an vorhanden sein (kongenitale Naevi) oder im Laufe des Lebens entstehen (erworbene Naevi). Ein durchschnittlicher Erwachsener hat etwa 15–40 Muttermale. Die meisten sind harmlos. Beobachten Sie Ihre Muttermale jedoch regelmäßig nach der ABCDE-Regel:
- A – Asymmetrie: ungleichmäßig geformt?
- B – Begrenzung: unscharfe, gezackte Ränder?
- C – Colorit: mehrfarbig, ungleichmäßig pigmentiert?
- D – Durchmesser: größer als 5 mm?
- E – Entwicklung: verändert sich der Fleck (Größe, Form, Farbe, Jucken, Blutung)?
Trifft ein oder mehrere Kriterien zu, gehen Sie zeitnah zum Dermatologen. Auch ohne Auffälligkeiten: Nehmen Sie das Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre wahr (ab 35 Jahren von den Krankenkassen finanziert).
Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
Bei der Vitiligo bilden sich scharf begrenzte, weißliche Hautareale, weil die Melanozyten in diesen Bereichen verschwinden oder ihre Funktion einstellen. Ursache ist eine Autoimmunreaktion. Betroffen sind etwa 0,5–2 Prozent der Bevölkerung. Die Vitiligo ist nicht ansteckend und nicht gefährlich, kann aber psychisch belastend sein. Behandlungsoptionen sind UV-Therapie, topische Kortikosteroide oder Calcineurin-Inhibitoren. Wichtig ist konsequenter Sonnenschutz, da die pigmentfreien Areale besonders empfindlich sind.
Café-au-lait-Flecken
Kaffee-mit-Milch-farbige Flecken, die meist seit Geburt bestehen. Einzelne sind harmlos. Wenn aber mehr als 6 solcher Flecken (über 1,5 cm bei Kindern, über 0,5 cm bei Erwachsenen) vorliegen, kann es ein Hinweis auf Neurofibromatose Typ 1 sein – eine genetische Erkrankung, die der ärztlichen Abklärung bedarf.
Gutartige Tumoren der Haut
Fibrome (Stielwarzen)
Kleine, hautfarbene oder bräunliche Hautanhängsel, meist an Hals, Achseln, Leisten und unter der Brust. Häufig bei Übergewicht oder Diabetes. Harmlos, aber kosmetisch oft störend. Können beim Dermatologen leicht entfernt werden (Vereisung, Skalpell, Elektrokoagulation, Laser).
Seborrhoische Keratosen (Alterswarzen)
Bräunlich-schwärzliche, leicht erhabene, wachsig wirkende Veränderungen. Häufig im Rücken-, Brust- oder Gesichtsbereich. Treten ab dem mittleren Lebensalter auf, im Alter oft sehr zahlreich. Vollkommen harmlos, können aber rasch wachsen und werden manchmal mit malignem Melanom verwechselt – bei Unsicherheit Dermatologen konsultieren.
Lipome (Fettgeschwülste)
Weich-elastische, gut verschiebbare Knoten unter der Haut, bestehend aus Fettgewebe. Meist harmlos, können aber durch Druck auf Nerven oder Gefäße Beschwerden machen. Bei störender Größe oder Beschwerden chirurgisch entfernbar.
Atherome (Talgzysten)
Mit gelblichem Talg gefüllte Knoten, vor allem an Kopfhaut, Hals, Rücken und Genitalbereich. Können sich entzünden und müssen dann komplett entfernt werden (sonst kommen sie wieder).
Hämangiome (Blutschwämmchen)
Rote, oft erhabene Flecken, die aus erweiterten Blutgefäßen bestehen. Bei Säuglingen häufig (Säuglingshämangiome), bilden sich oft spontan zurück. Bei Erwachsenen sind die kleinen "Rubinhämangiome" am Rumpf weit verbreitet und harmlos.
Senile Angiome (Eruptive Angiome, Rubinflecken)
Kleine, rote bis purpurfarbene Punkte, die ab dem mittleren Lebensalter zahlreicher werden. Harmlos, aber bei starkem Auftreten Konsultation des Dermatologen sinnvoll.
Wann zum Dermatologen?
Suchen Sie zeitnah einen Dermatologen auf, wenn:
- Ein Muttermal nach der ABCDE-Regel verdächtig wird
- Ein Hautfleck wächst, juckt, blutet oder nässt
- Eine plötzliche Veränderung eines bekannten Naevus auftritt
- Schuppige, rote, sich nicht heilende Hautstellen entstehen (Verdacht auf hellen Hautkrebs)
- Knoten unter der Haut sich entzünden
- Sie selbst unsicher sind – lieber einmal mehr abklären lassen
Beratung in der Apotheke
In der Rathaus-Apotheke beraten wir Sie zu Pflegeprodukten bei Pigmentveränderungen, hochwertigen Sonnenschutzmitteln (SPF 30 bis 50+, mit physikalischen oder chemischen Filtern, für jeden Hauttyp), pflegenden Cremes nach dermatologischen Eingriffen, sowie zu apothekenpflichtigen Aufhellern. Wichtig: Verzichten Sie auf billige Selbstdiagnose und Online-Cremes – eine ärztliche Abklärung sollte immer am Anfang stehen.
